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Demystifizierung
Der Begriff „Mastermind“ kann auf viele Menschen zunächst geheimnisvoll oder schwer greifbar wirken. Diese Unklarheit kann Unsicherheiten hervorrufen und dazu führen, dass sich Interessierte nur zögerlich oder gar nicht mit dem Thema auseinandersetzen.
Napoleon Hill beschreibt unter dem Begriff Mastermind das Entstehen eines übergeordneten Bewusstseins. Er formuliert hierzu: »Wenn sich zwei Geister begegnen, entsteht eine dritte, unsichtbare, ungreifbare Kraft, die einem dritten Geist gleichkommt.« (Hill 217). Diese Beschreibung ist bewusst bildhaft gewählt und kann auf manche Personen esoterisch oder wenig konkret wirken. Um den Zugang zum Konzept zu erleichtern, bietet sich daher eine nüchternere, alltagsnahe Betrachtungsweise an.
Treffen sich zwei oder mehr Personen, die gemeinsam an einer Idee oder einem Ziel arbeiten, entsteht eine eigene Dynamik. Das vorhandene Wissen ergänzt sich, sodass einzelne Wissenslücken ausgeglichen werden können. Durch aktives Zuhören entstehen neue Gedanken, die wiederum frische Impulse für die gesamte Gruppe liefern. Auf diese Weise entwickelt sich ein gemeinsamer Denkraum, der über die Perspektive einzelner Personen hinausgeht.
Eine sachlichere Umschreibung von Hills bildhafter Darstellung könnte daher lauten: »Wenn zwei oder mehr Personen miteinander kommunizieren und sich austauschen, können neue Ideen und Perspektiven entstehen, die für alle Beteiligten von Nutzen sind.«
Ein Mastermind unterscheidet sich jedoch deutlich von einem beliebigen Treffen oder einem herkömmlichen Meeting. Damit es seine Wirkung entfalten kann, sollten mindestens die folgenden Kriterien erfüllt sein:
Zielorientiertheit Ein Mastermind-Treffen verfolgt ein klar definiertes Ziel, das im Vorfeld festgelegt wurde und den gemeinsamen Fokus bildet. Im Unterschied dazu verlaufen viele Treffen ohne klare Zielsetzung und behandeln wechselnde Themen.
Austausch Im Zentrum steht der gleichberechtigte Austausch von Ideen, Erfahrungen und Sichtweisen. Alle Beteiligten haben die Möglichkeit, eigene Gedanken einzubringen und von den Erfahrungen anderer zu lernen.
Vertraulichkeit Ein Mastermind bietet einen geschützten Rahmen, in dem Offenheit und Ehrlichkeit möglich sind. Gedanken, Fragen und Unsicherheiten können geteilt werden, ohne Angst vor Bewertung oder Ablehnung.
Regelmäßigkeit Mastermind-Treffen finden in der Regel in festen Abständen statt. Diese Kontinuität unterstützt sowohl den individuellen Fortschritt als auch die Entwicklung der Gruppe als Ganzes.
Das Mastermind ist somit kein mystisches oder geheimes Treffen privilegierter Personen. Vielmehr handelt es sich um ein bewusst eingesetztes Werkzeug, das grundsätzlich allen offensteht, die gemeinsam mit anderen an einem bestimmten Ziel arbeiten und voneinander lernen möchten.
Im folgenden Kapitel werden alternative Begriffe vorgestellt, die für manche Personen möglicherweise zugänglicher oder passender sind als die Bezeichnung „Mastermind“.